Starker Caravaning-Markt 2025: Über 94.000 Neuzulassungen
Über 94.000 Neuzulassungen 2025. Reisemobile legen zu, Gebrauchtmarkt boomt. CIVD zieht positive Bilanz und blickt optimistisch auf 2026.
Deutsche Caravaning-Industrie zieht positive Jahresbilanz
Die deutsche Caravaning-Branche blickt auf ein insgesamt erfolgreiches Jahr 2025 zurück. Trotz wirtschaftlicher Unsicherheiten, geopolitischer Spannungen und eines zeitweise angespannten Marktumfelds bleibt das Interesse an Reisemobilen und Caravans in Deutschland ungebrochen. Das zeigen die aktuellen Zahlen des Caravaning Industrie Verbandes Deutschland (CIVD), die auf der Jahrespressekonferenz vorgestellt wurden. Insgesamt wurden bundesweit 94.134 Freizeitfahrzeuge neu zugelassen. Das entspricht lediglich einem Rückgang von 2,3 Prozent im Vergleich zum außergewöhnlich starken Vorjahr und bestätigt die hohe Stabilität der Branche.
Reisemobile weiterhin Wachstumstreiber im Caravaning-Markt
Besonders das Reisemobilsegment erweist sich erneut als tragende Säule des Marktes. Mit 75.368 Neuzulassungen konnte das bereits sehr gute Vorjahresergebnis um fast ein Prozent gesteigert werden. Damit erzielte die Reisemobilsparte das drittbeste Neuzulassungsergebnis ihrer Geschichte. Auffällig ist dabei vor allem die starke private Nachfrage. Während die gewerblichen Neuzulassungen mit 25.385 Fahrzeugen um 9,7 Prozent zurückgingen, stiegen die privaten Zulassungen deutlich auf 49.983 Einheiten. Das entspricht einem Plus von 7,2 Prozent.
Diese Entwicklung zeigt klar, dass immer mehr Menschen in Deutschland auf individuelles und selbstbestimmtes Reisen setzen. Reisemobile bieten Flexibilität, Unabhängigkeit und Sicherheit. Genau diese Eigenschaften gewinnen in unsicheren Zeiten weiter an Bedeutung. Klassische Reisemobiltypen behaupten dabei ihre zentrale Marktstellung und konnten insgesamt Zuwächse verzeichnen. Lediglich kompakte Fahrzeugsegmente mussten leichte Rückgänge hinnehmen.
Caravan-Neuzulassungen unter Vorjahresniveau, Markt bleibt stabil
Die Caravan-Sparte entwickelte sich 2025 verhaltener. Insgesamt wurden 18.766 neue Caravans zugelassen. Das entspricht einem Rückgang von 13,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Dennoch pendelt sich dieses Segment langfristig auf einem stabilen Niveau ein. Experten sehen die Gründe vor allem in einer temporären Marktsättigung sowie in der weiterhin hohen Attraktivität von Reisemobilen, die mehr Flexibilität bieten.
Trotz der rückläufigen Neuzulassungen bleibt Caravaning insgesamt ein fester Bestandteil der deutschen Urlaubskultur. Viele Käufer setzen bewusst auf Qualität, Langlebigkeit und individuelle Nutzungskonzepte.
Gebrauchtfahrzeugmarkt erreicht neuen Rekordwert
Ein besonders deutliches Signal für das anhaltend hohe Interesse am mobilen Urlaub liefert der Gebrauchtfahrzeugmarkt. Im Jahr 2025 wurden insgesamt 192.239 Besitzumschreibungen registriert. Das entspricht einem Zuwachs von rund 2,7 Prozent und markiert einen neuen Rekordwert. Sowohl Reisemobile als auch Caravans trugen zu diesem Ergebnis bei.
Mit 111.034 umgeschriebenen Reisemobilen wurde ein Plus von 4,1 Prozent erzielt. Auch die Caravan-Sparte erreichte mit 81.205 Besitzumschreibungen einen neuen Höchststand. Der Gebrauchtmarkt profitiert dabei von einer breiten Nachfrage, kürzeren Verfügbarkeiten und attraktiveren Einstiegspreisen. Für viele Verbraucher ist der Kauf eines gebrauchten Freizeitfahrzeugs ein bewusster Schritt in Richtung nachhaltiger Mobilität.
Hersteller reagieren flexibel auf Marktentwicklung
Die deutsche Caravaning-Industrie hat im Jahr 2025 ihre Anpassungsfähigkeit unter Beweis gestellt. Aufgrund eines zeitweisen Überangebots reduzierten die Hersteller gezielt ihre Produktionsvolumina. Insgesamt verließen rund 99.000 Freizeitfahrzeuge die Produktionsbänder deutscher Hersteller. Das entspricht einem Rückgang von etwa 17 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Rund 42.000 Fahrzeuge wurden exportiert.
Diese Maßnahmen trugen dazu bei, die Fahrzeugbestände auf den Händlerhöfen deutlich abzubauen. Dank einer konstanten Nachfrage nach Neu- und Gebrauchtfahrzeugen konnte der Markt spürbar entlastet werden. Für das Jahr 2026 wird erwartet, dass sich die Bestände wieder auf einem normalen Niveau einpendeln.
Die Produktionsanpassungen wirkten sich auch auf den Branchenumsatz aus. Die deutsche Caravaning-Industrie erzielte 2025 einen Gesamtumsatz von rund 14,1 Milliarden Euro. Das entspricht einem Rückgang von etwa 6,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr, bleibt jedoch im historischen Vergleich weiterhin auf hohem Niveau.
Ausblick 2026: Branche blickt trotz Unsicherheiten optimistisch nach vorn
Mit Blick auf das Jahr 2026 zeigt sich die Branche vorsichtig optimistisch. Laut CIVD-Geschäftsführer Daniel Onggowinarso haben Hersteller, Händler und Finanzdienstleister in den vergangenen Monaten eng zusammengearbeitet und tragfähige Strategien entwickelt. Diese Zusammenarbeit stärkt die Resilienz der gesamten Branche.
Gut besuchte Caravaning-Messen, ein weiterhin starkes Vermietgeschäft und das ungebrochene Grundinteresse an mobilen Reiseformen sprechen für eine stabile Nachfrage. Zwar erschweren wirtschaftliche und politische Rahmenbedingungen belastbare Prognosen. Gleichzeitig zeigen die Erfahrungen der vergangenen Jahre, dass Caravaning auch in anspruchsvollen Zeiten ein gefragtes Urlaubskonzept bleibt.
Die Kombination aus Flexibilität, Individualität und Unabhängigkeit macht Reisemobile und Caravans weiterhin zu einer der attraktivsten Reiseformen. Vor diesem Hintergrund blickt die deutsche Caravaning-Industrie trotz aller Herausforderungen zuversichtlich auf die kommenden zwölf Monate.
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